What is it about?

Der Beitrag nimmt mit Peter Handkes 1972 erschienener Erzählung 'Wunschloses Unglück' einen Text des damals dreißigjährigen Autors über den Suizid der eigenen Mutter in den Blick. Darin wird der Bericht über ein gesellschaftlich marginalisiertes Frauenleben an dem dafür vorhandenen sprachlichen Formelvorrat gemessen und davon abgegrenzt. Handke macht die verborgenen sozialen Bedingtheiten des scheinbar Individuellen systematisch und mit dezidiert sprachkritischen Mitteln sichtbar. Eine Rekonstruktion seiner narrativen Verfahrensweise zeigt, dass hier eine erzählerische Sozioanalyse avant la lettre unternommen wurde. Dieser Umstand erklärt es auch, weshalb sich später alle drei Hauptvertreter:innen der französischen Autosoziobiografie (Annie Ernaux, Didier Eribon, Édouard Louis) auf das Buch des frühen Handke affirmativ bezogen und berufen haben. Sie griffen dessen explizite sowie implizite Poetik auf und entwickelten sie unter Rekurs auf Bourdieus soziologische Theorie systematisch weiter.

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Why is it important?

Der enge Bezug zwischen Peter Handkes Erzählung 'Wunschloses Unglück' (1972) und wichtigen Büchern von Annie Ernaux (insbesondere 'La place' [1983]), Didier Eribon und Édouard Louis wird hier zum ersten Mal systematisch rekonstruiert.

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This page is a summary of: „Peter Handke schreibt: …“, October 2025, De Gruyter,
DOI: 10.30965/9783846768907_003.
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